Sommerexkursion 2026 Flechtinger Höhenzug

Unsere alljährliche Spätsommerexkursion führte uns in diesem Jahr in den Flechtinger Höhenzug, der sich zwischen Magdeburg und dem Biosphärenreservat Drömling erstreckt.

Wie jedes Jahr startete unser Wochenendausflug am Freitagabend auf dem Campingplatz mit einem gemütlichen, und vor allem leckeren Grillabend am Lagerfeuer. Die anschließende Nachtexkursion bescherte uns bereits das erste Highlight: Unmittelbar hinter den Grenzen des Campingplatzes hatten wir nach nicht einmal 10 Minuten Suche mit gleich mehreren Feuersalamandern, Bergmolch, Erdkröte und Grasfrosch bereits vier Amphibienarten erspäht!

Am nächsten Tag ging es nach Eickendorf, um an den dortigen trockenen Waldsäumen unter vorab ausgebrachten Reptilienbrettern nach Schlingnattern und anderen Reptilien zu suchen. Lebende Schlangen fanden wir zwar nicht, jedoch gelang uns der bereits zweite Fund einer Haut der Glattnatter am Wegesrand, was in jedem Fall optimistisch für die weitere Zukunft des Lebensraums stimmt. Nebenbei entdeckten wir in dem Gebiet auch mehrere „Spechtschmieden“, deren Vorkommen an den „zerrupften“ Kiefernzapfen auf dem Boden gut zu erkennen waren.

Während wir an einem Amphibienhotspot-Gewässer in Hilgesdorf einige Teichfrösche entdeckten kamen dafür an den Kalktrockenrasen bei Schwanefeld einige Blindschleichen und Zauneidechsen hinzu. An dieser Stelle herzlichen Dank an unseren „Lokal-Matador“ Fabian Sprott, der vorab, wie auch schon in Eickendorf, die Ausbringung der künstlichen Amphibienverstecke übernommen hatte!

Eine ganz besondere Art entdeckten wir im weiteren Verlauf des Tages im FFH-Gebiet „Bartensleber Forst“: Springfrosch-Habitate sind in Sachsen-Anhalt sehr selten und kommen neben dem Flechtinger Höhenzug fast nur noch im Harz und Harzvorland vor. Zu unserer großen Freude liefen uns die Tiere im Bartensleber Forst fast unmittelbar nach Betreten des Gebietes fast schon über die Füße und wir hatten ausgiebig Gelegenheit auch die Bestimmungsmerkmale der Tiere ausgiebig zu studieren. Einen Laubfrosch entdeckten wir hier ebenfalls – lediglich der Fund eines Kammmolchs blieb uns bis zum Schluss versagt.

Hungrig und glücklich mit den bisherigen Erfolgen fuhren wir anschließend nach Haldensleben zum traditionellen gemeinsamen Abendessen und gemütlichen Beisammensein.

Mehrere Feuersalamander und rund 50 Feuersalamander-Larven bei der anschließenden Nachtexkursion an Holzmühlenteich und Großer Renne machten unseren Samstag schließlich perfekt!

Weitere Springfrösche erwarteten uns am nächsten Tag in Bodendorf, wo uns Fabian auch mit einigen seltenen Pilzen, etwa dem Laubwald-Anhängsel-Rörling, vertraut machte, die teilweise nur noch von drei Stellen in ganz Sachsen-Anhalt bekannt sind. Hier entdeckten wir auch einen Teichmolch sowie einige Waldeidechsen.

Zum Abschluss der Exkursion fuhren wir zur Flachwasserzone in Mannsfeld am Mittellandkanal, wo uns zwei Mitarbeitende des Biosphärenreservats Drömling eine kurzweilige Führung gaben und uns zur Vogelbeobachtungshütte begleiteten. Einige Zauneidechsen entlang der Uferböschungen säumten auch hier unseren Weg.

Abschließend bleibt uns zu sagen, dass die Exkursion ein voller Erfolg war, in der wir nicht weniger als 13 Amphibien- und Reptilien-Arten entdecken dürften!

Wie immer geht ein herzlicher Dank an alle Organisatoren, Helfer und Lokal-Matadore der Exkursion. Wir sind bereits gespannt, wohin es uns im nächsten Jahr verschlagen wird.