Herpetocamp 2025 - Drömling
Vom 25.-27. April 2025 verbrachten wir mit vielen Kindern samt ihren Eltern ein schönes Wochenende in Mieste, einem kleinen Örtchen 30 km östlich von Wolfsburg, am Rand des Biosphärenreservats „Drömling“. Wie im Jahr zuvor trafen wir uns am Freitag im ehemaligen Freibad des Örtchens, bauten unsere Zelte auf und hatten Zeit zum Kennenlernen. Der Nachmittag bestand aus freiem Spielen in der Natur aber auch einem Lern- und Ratespiel zur Bestimmung unserer heimischen Amphibien. Nach dem Abendbrot machten wir es uns noch am Lagerfeuer bei Chips und Knüppelkuchen gemütlich, ehe sich alle ins Zelt verkrochen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück am Samstagmorgen machten sich alle Kinder für die Wanderung bereit. Weitere junge Naturendecker*innen stießen dazu, sodass eine große Gruppe in den Drömling aufbrach.
Der erste Halt wurde an einer Wiese gemacht, um an ihrem mit Besenginster bestandenen Rand nach Reptilien zu suchen. Dabei durften alle mal eine als künstliches Versteck vorher ausgebrachte Platte umdrehen, in der Hoffnung eine Eidechse darunter zu erspähen. An einem Zaunpfahl wurden sie fündig. Jedes Kind konnte nun einmal ein erwachsenes Zauneidechsenmännchen bestaunen. Direkt daneben an einem kleinen Wiesenweiher wurden danach die Fallen aus dem Wasser gezogen, die am Abend zuvor dort versteckt wurden. Kamm- & Teichmolche, junge Teichfrösche, Wasserwanzen, Libellenlarven und Wasserkäfer konnten daraus geborgen werden. Wir hatten dabei die Gelegenheit, die Merkmale mit welchen sich Molche und Frösche erkennen lassen, anzusehen und damit zu festigen, was am Abend zuvor gelernt wurde. Weiter ging es über Feldwege und Wiesen des Biosphärenreservats, vorbei an Gräben und Hecken, bis zu den großen Eichen. Auf dieser Wiese angekommen, durften sich alle über ihre Brotbüchsen, die Obstnetzte und die Kekspackungen hermachen. Auf einem langen und schönen Weg zu kleinen Tümpeln und Teichen gelangte die Wandergesellschaft am Nachmittag zurück auf den Zeltplatz nach Mieste. Nun gab es ausreichend Zeit für Spielen, Bestimmungsübungen und die Gelegenheit, fast alle heimischen Reptilien und Amphibien einmal in echt zu sehen. Wer es sich traute, nahm die Tiere sogar auf die Hand!
Nachdem die Sonne den Horizont wieder berührte und die Frösche langsam wach wurden, unternahm die Gruppe eine Nachtwanderung. Das ohrenbetäubende Rattern der Laubfrösche war schon aus hunderten Metern Entfernung zu hören. Mit der Technik, die hohlen Hände an die Ohren zu halten und den Kopf langsam zu drehen wurde der Standort des Froschkonzerts schnell ausgemacht und angelaufen. Einen Laubfrosch zu sehen, geschweige denn zu fangen war eine schwere Aufgabe für alle Anwesenden, dennoch gelang es. Ein schöner Ausklang für einen ereignisreichen Tag!
Am Sonntag trafen alle verschlafen und mit kleinen Äuglein am Frühstückstisch ein. Bald darauf wanderten alle, die das wollten, ein letztes Mal zu den bekannten Tümpeln, vorbei an den künstlichen Verstecken am Waldrand über die Wiesen. Alle Wasserfallen wurden noch einmal kontrolliert und mit nach Hause genommen. Das war wieder eine gute Gelegenheit für die Kinder sich gegenseitig alle relevanten Merkmale der Molche und Frösche zu erklären und das gewonnene Wissen zu festigen. Gegen Mittag traten die Kinder dann mit vielen neue Eindrücken die Heimreise an.
Machbar war dieses Herpetocamp nur durch die Neugier der Kinder, den vielen helfenden Hände der Eltern und der großen Unterstützung der Ranger des Biosphärenreservats Drömling. Ein großes Dankschön an Euch alle!